Ein Wort weiter

Akzidenz

Substantiv[akt͡siˈdɛnt͡s]Lautschrift & QuellenPhilosophie

unwesentliche Eigenschaft

Was bedeutet „Akzidenz“?

Eine zufällige, nicht wesensnotwendige Eigenschaft.

So verwendest du das Wort

Farbe ist eine Akzidenz, nicht das Wesen des Dings.

Tiefer verstehen

Eine Eigenschaft, die nicht zum Wesen gehören muss

Ein Stuhl wird von Blau auf Grün umlackiert. Du besitzt danach normalerweise denselben Stuhl, nur mit einer anderen Farbe. Die bisherige Farbe lässt sich in einer klassischen philosophischen Betrachtung als Akzidenz verstehen: als eine Eigenschaft, die dem Gegenstand zukommt, ohne sein Wesen notwendig festzulegen.

Das Veränderliche am Gegenstand

Eine Akzidenz, auch Akzidens genannt, ist in diesem Zusammenhang eine nicht wesensnotwendige Bestimmung eines Gegenstands. Sie kann anders sein, ohne dass er allein dadurch zu einem grundsätzlich anderen Ding wird. Dem steht die Frage gegenüber, welche Bestimmungen für das betrachtete Wesen tatsächlich unverzichtbar sind.

Unwesentlich heißt nicht unwichtig

Die Farbe kann beim Kauf des Stuhls ausschlaggebend gewesen sein. Für deine Einrichtung ist sie vielleicht sehr wichtig. „Nicht wesensnotwendig“ meint daher nicht „praktisch bedeutungslos“. Es geht um die begriffliche Stellung einer Eigenschaft, nicht automatisch um ihren Wert für eine bestimmte Person oder Aufgabe.

Der Bezugsrahmen verändert die Antwort

Für einen Stuhl kann Grün eine wechselbare Farbe sein. Bei der Beschreibung „grüner Gegenstand“ gehört Grün dagegen ausdrücklich zum verwendeten Begriff. Deshalb musst du fragen, wovon du sprichst und welche Identität untersucht wird. Eine feste Liste aller angeblich unwesentlichen Eigenschaften wäre philosophisch zu grob.

Den Fachgebrauch erkennen

„Die Untersuchung unterscheidet zwischen Substanz und Akzidenz“ kündigt eine philosophische Betrachtung an. Das Wort begegnet außerdem im Druckwesen für bestimmte Gelegenheitsdrucksachen. Diese Bedeutung ist eine andere. Auch „akzidentell“ solltest du im philosophischen Zusammenhang nicht einfach als unbedeutend oder zufällig im Sinn eines Würfelwurfs lesen.

Eine Eigenschaft zweimal betrachten

Nimm eine rote Tasse. Frage zuerst, ob sie nach einer Umlackierung noch dieselbe Tasse wäre. Frage danach, ob sie weiterhin unter die Beschreibung „rote Tasse“ fiele. Erkläre den Unterschied. So erkennst du, warum das Verhältnis zwischen Eigenschaft, Gegenstand und gewähltem Begriff sorgfältig bestimmt werden muss.

Erklärungen aus dem Wortreich-Wortbestand. Vertiefung aktualisiert am 21. September 2026.

Lautschrift: Einzelquelle · Mitwirkende, Bearbeitungen & Lizenz (CC BY-SA).

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