Ein Wort weiter

Anamnese

Substantiv[anamˈneːzə]Lautschrift & QuellenMedizin

Krankengeschichte

Was bedeutet „Anamnese“?

Die Erhebung der Vorgeschichte eines Patienten.

So verwendest du das Wort

Die Anamnese ergab mehrere Vorerkrankungen.

Tiefer verstehen

Warum die Vorgeschichte zur Untersuchung gehört

Bevor ein Befund eingeordnet werden kann, braucht es oft eine Geschichte: Seit wann besteht etwas, wie hat es sich verändert und was ist zuvor passiert? Diese Informationen sind kein beiläufiges Gespräch neben der Medizin. Sie gehören zur Anamnese.

Ein Gespräch mit Richtung

Eine Patientin berichtet zunächst nur, sie sei häufig erschöpft. Die Ärztin fragt nach Beginn und Verlauf, früheren Erkrankungen, eingenommenen Medikamenten und dem Alltag. Aus einer knappen Beschwerdebeschreibung wird so eine geordnete Sammlung von Informationen, die weitere Untersuchungen sinnvoll ausrichten kann.

Mehr als eine Liste alter Krankheiten

Anamnese bezeichnet das Erheben der gesundheitlichen Vorgeschichte und die dabei gewonnenen Angaben. Dazu können aktuelle Beschwerden, frühere Behandlungen, Erkrankungen in der Familie und persönliche Lebensumstände gehören. Welche Fragen wichtig sind, hängt vom Anlass ab. Die Perspektive der betroffenen Person ist dabei eine zentrale Informationsquelle.

Angaben und Schlussfolgerungen unterscheiden

Eine Anamnese ist noch keine Diagnose. Die Aussage „Seit drei Wochen tritt die Beschwerde abends auf“ beschreibt eine Erfahrung. Welche Erkrankung dahintersteht, ist eine weitere Frage. Körperliche Untersuchungen und andere Befunde können die Angaben ergänzen; sie machen das Gespräch nicht grundsätzlich überflüssig.

Das passende Verb verwenden

Man „erhebt eine Anamnese“. Der Satz „In der Anamnese wurden frühere Operationen erfasst“ beschreibt den Inhalt dieser Erhebung. „Die Anamnese bewies die Ursache“ wäre ohne weitere Erklärung zu stark: Nicht jede zeitliche Verbindung, die jemand schildert, ist bereits ein nachgewiesener ursächlicher Zusammenhang.

Beobachtungen geordnet erzählen

Formuliere für eine erfundene Gesprächssituation drei sachliche Angaben: Beginn, Verlauf und eine begleitende Beobachtung. Verzichte dabei auf eine selbst gestellte Diagnose. Prüfe anschließend, welche deiner Sätze etwas Wahrgenommenes beschreibt und welcher möglicherweise schon eine Erklärung unterstellt. So übst du präzises Berichten.

Erklärungen aus dem Wortreich-Wortbestand. Vertiefung aktualisiert am 21. September 2026.

Lautschrift: Einzelquelle · Mitwirkende, Bearbeitungen & Lizenz (CC BY-SA).

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