Ein Wort weiter

Anonymisierung

Substantiv[ˌanonymiˈziːʁʊŋ]Lautschrift & QuellenTechnik & IT

Entfernen des Personenbezugs

Was bedeutet „Anonymisierung“?

Das Unkenntlichmachen personenbezogener Daten.

So verwendest du das Wort

Vor der Auswertung erfolgt eine Anonymisierung.

Tiefer verstehen

Ein fehlender Name macht Daten noch nicht anonym

Für eine Umfrage werden die Namen aus einer Tabelle entfernt. Übrig bleiben Alter, genauer Wohnort und ein seltener Beruf. In einem kleinen Dorf könnte diese Kombination weiterhin auf eine bestimmte Person hinweisen. Gerade deshalb ist Anonymisierung anspruchsvoller als das Löschen einer Namensspalte.

Kombinationen können verräterisch sein

Ein einzelnes Merkmal wirkt möglicherweise harmlos. Mehrere Angaben zusammen können jedoch eine Zuordnung ermöglichen, besonders wenn weiteres Wissen verfügbar ist. Bei der Bewertung muss deshalb betrachtet werden, wie Menschen erkannt werden könnten und welche Informationen anderen Stellen vernünftigerweise zur Verfügung stehen.

Den Personenbezug aufheben

Anonymisierung bezeichnet die Veränderung von Daten mit dem Ziel, dass betroffene Personen nicht mehr identifiziert werden können. Im Datenschutz wird dabei auch berücksichtigt, welche Mittel zur Identifizierung vernünftigerweise eingesetzt werden könnten. Es geht um den tatsächlich verbleibenden Personenbezug, nicht allein um eine bestimmte technische Maßnahme.

Eine Kennnummer ist etwas anderes

Wer Namen durch Codes ersetzt und eine Zuordnungsliste behält, arbeitet typischerweise mit Pseudonymisierung. Die Personen können unter Nutzung zusätzlicher Informationen weiterhin zugeordnet werden. Auch Verschlüsselung macht personenbezogene Daten nicht automatisch anonym: Mit dem passenden Schlüssel kann der ursprüngliche Inhalt wieder lesbar werden.

Sorgfältig darüber sprechen

„Vor der Veröffentlichung wird geprüft, ob die Daten ausreichend anonymisiert sind.“ Das ist genauer als „Die Namen fehlen, also ist alles anonym“. Denkbare Maßnahmen sind etwa gröbere Altersgruppen oder das Zusammenfassen seltener Angaben. Ob sie genügen, lässt sich nur im jeweiligen Daten- und Nutzungskontext beurteilen.

Eine Restinformation entdecken

Betrachte gedanklich eine Tabelle mit Geburtsjahr, Postleitzahl und genauer Stellenbezeichnung. Welche Kombination könnte in einer kleinen Belegschaft besonders auffällig sein? Schlage eine Vergröberung vor und überlege, welche Auswertungsmöglichkeit dadurch verloren gehen könnte. Die Übung macht das Verhältnis zwischen Nutzbarkeit und Schutz vor Wiedererkennung sichtbar.

Erklärungen aus dem Wortreich-Wortbestand. Vertiefung aktualisiert am 21. September 2026.

Lautschrift: Einzelquelle · Mitwirkende, Bearbeitungen & Lizenz (CC BY-SA).

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