Ein Wort weiter

Behaviorismus

Substantiv[bihevi̯əˈʁɪsmʊs]Lautschrift & QuellenPsychologie

Lehre vom beobachtbaren Verhalten

Was bedeutet „Behaviorismus“?

Richtung, die nur beobachtbares Verhalten untersucht.

So verwendest du das Wort

Der Behaviorismus ignoriert das Innenleben bewusst.

Tiefer verstehen

Verhalten über seine Bedingungen erklären

Eine Schülerin meldet sich häufiger, seit ihre Beiträge aufmerksam aufgegriffen werden. Ein behavioristischer Forschungsansatz würde untersuchen, unter welchen Bedingungen das Melden auftritt und welche Folgen es hat. Statt das Verhalten nur mit einer inneren Eigenschaft zu benennen, sucht er nach überprüfbaren Beziehungen zwischen Verhalten und Umwelt.

Eine Familie psychologischer Ansätze

Behaviorismus bezeichnet Richtungen, die Verhalten zum zentralen Gegenstand der Psychologie machen. Sie untersuchen etwa Reize, Reaktionen, Lerngeschichte und Konsequenzen. Dabei gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, welche Erklärungen zulässig sind und wie innere Vorgänge behandelt werden. Nicht jede behavioristische Position lässt sich deshalb auf denselben einfachen Grundsatz reduzieren.

Beobachten soll Erklärungen überprüfbar machen

Bei der Schülerin könnte man erfassen, wie oft sie sich in verschiedenen Unterrichtssituationen meldet. Die Aussage „Sie beteiligt sich, weil sie beteiligungsfreudig ist“ benennt dagegen leicht nur dasselbe Verhalten noch einmal. Eine überprüfbare Erklärung müsste genauer zeigen, welche Bedingungen mit der Veränderung zusammenhängen und welche anderen Einflüsse berücksichtigt wurden.

Das Innenleben wird unterschiedlich eingeordnet

Die Kurzformel, Behaviorismus ignoriere grundsätzlich Gedanken und Gefühle, ist zu pauschal. Im radikalen Behaviorismus Skinners werden auch private Ereignisse berücksichtigt, jedoch nicht als eigenständige letzte Erklärung behandelt. Andere Varianten beschränken die wissenschaftliche Untersuchung stärker auf öffentlich Beobachtbares. Diese Unterschiede sind für das Verständnis älterer Texte wichtig.

Lernen ist nicht immer nur Belohnung

„Die Untersuchung folgt einem behavioristischen Ansatz“ sagt zunächst etwas über ihre theoretische Orientierung. Sie kann verschiedene Lernbeziehungen untersuchen, nicht allein bewusst verteilte Belohnungen. Auch beschreibt ein Ansatz nicht automatisch jede menschliche Erfahrung vollständig. Seine Erklärungsmöglichkeiten und Grenzen müssen an der konkreten Fragestellung geprüft werden.

Aus einem Etikett eine Frage machen

Ersetze „Er ist unaufmerksam“ durch eine beobachtbare Beschreibung in einer erfundenen Situation. Frage dann, wann das Verhalten häufiger oder seltener auftritt. Welche Bedingung könntest du vergleichen? So wird aus einer pauschalen Eigenschaftszuschreibung eine untersuchbare Frage, ohne die Person auf diese Beobachtung festzulegen.

Erklärungen aus dem Wortreich-Wortbestand. Vertiefung aktualisiert am 21. September 2026.

Lautschrift: Einzelquelle · Mitwirkende, Bearbeitungen & Lizenz (CC BY-SA).

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