Was bedeutet „Empathie“?
Die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen.
So verwendest du das Wort
Gute Therapeuten zeichnet Empathie aus.
Typische Wortverbindungen
Eine andere Perspektive verstehen wollen
Eine Freundin reagiert enttäuscht auf einen abgesagten Ausflug, den du selbst nicht besonders wichtig gefunden hättest. Du versuchst zu verstehen, worauf sie sich gefreut hatte und was die Absage für sie bedeutet. Diese Hinwendung zu ihrem Erleben zeigt Empathie. Dein Maßstab tritt dabei vorübergehend in den Hintergrund.
Verstehen und Mitfühlen
Empathie bezeichnet die Fähigkeit oder den Vorgang, sich in das Erleben anderer hineinzuversetzen. Dabei werden oft eine verstehende und eine mitfühlende Seite unterschieden: eine Perspektive gedanklich nachvollziehen oder Gefühle anderer innerlich miterleben. Die Begriffe werden unterschiedlich gegliedert; nicht jede empathische Reaktion enthält beide Seiten in gleicher Stärke.
Keine sichere Kenntnis fremder Gedanken
Du kannst vermuten, dass die Freundin sich zurückgesetzt fühlt. Vielleicht ist sie aber vor allem traurig über die verlorene gemeinsame Zeit. Empathie ersetzt deshalb keine Nachfrage. „Was war dir an dem Ausflug besonders wichtig?“ öffnet Raum für ihre Sicht, während „Ich weiß genau, wie du dich fühlst“ vorschnell festlegen kann.
Verstehen verpflichtet nicht zur Zustimmung
Die Enttäuschung eines Menschen nachzuvollziehen bedeutet nicht, jedes daraus folgende Verhalten gutzuheißen. Du kannst Verständnis zeigen und eine verletzende Bemerkung dennoch zurückweisen. Ebenso ist Empathie nicht automatisch Hilfe: Jemand kann eine fremde Perspektive gut erfassen, ohne daraus eine unterstützende Handlung abzuleiten.
Empathie in einer Antwort hörbar machen
„Du hattest dich sehr auf unsere gemeinsame Zeit gefreut“ greift eine konkrete Bedeutung auf. Das kann verständnisvoller sein als eine allgemeine Floskel. Entscheidend bleibt, ob die andere Person sich darin wiederfindet. Eine empathische Formulierung lässt deshalb Platz für Korrekturen und beansprucht nicht, das Erleben abschließend erklärt zu haben.
Die eigene Vermutung offen halten
Schreibe zu der abgesagten Verabredung eine kurze Antwort, die ein mögliches Gefühl anerkennt und eine offene Frage enthält. Streiche Sätze, die der Freundin vorschreiben, was sie fühlen sollte. Du übst damit einen Perspektivwechsel, bei dem die andere Person die maßgebliche Auskunft über ihr eigenes Erleben geben kann.
Wörter im Zusammenhang
Ähnliche Bedeutungen
Gegenteile
Sprachgebrauch
Woher kommt das Wort?
griechisch empátheia „Einfühlung", aus en „in" und páthos „Gefühl".
Erklärungen aus dem Wortreich-Wortbestand. Vertiefung aktualisiert am 21. September 2026.
Lautschrift: Einzelquelle · Mitwirkende, Bearbeitungen & Lizenz (CC BY-SA).
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