Was bedeutet „Existenzialismus“?
Philosophie, die den Menschen als frei und selbstverantwortlich denkt.
So verwendest du das Wort
Im Existenzialismus geht die Existenz dem Wesen voraus.
Sich im eigenen Leben verantwortlich entwerfen
Du stehst vor einer beruflichen Entscheidung. Keine Beschreibung deiner bisherigen Rolle legt vollständig fest, welchen Weg du wählen musst. Gleichzeitig sind Geld, Verpflichtungen und Möglichkeiten nicht beliebig. Diese Spannung zwischen eigener Entscheidung und gegebener Situation gehört zu den Fragen, die den Existenzialismus beschäftigen.
Menschliches Dasein als Ausgangspunkt
Existenzialismus bezeichnet verschiedene philosophische Ansätze, die das konkrete menschliche Leben, Freiheit, Verantwortung und Selbstverständnis in den Mittelpunkt stellen. Der Mensch wird dabei nicht einfach als fertiges Wesen mit einer vollständig vorgegebenen Lebensaufgabe behandelt. Wie er handelt und sich zu seiner Situation verhält, erhält grundlegende Bedeutung.
Freiheit findet in einer Welt statt
Eine Entscheidung wird durch soziale Verhältnisse, den eigenen Körper und frühere Handlungen mitgeprägt. Existenzielle Freiheit bedeutet deshalb nicht, dass jeder Mensch jederzeit jede Möglichkeit verwirklichen könnte. Verschiedene existentialistische Ansätze gewichten diese Bedingungen unterschiedlich. Ein bloßes „Du musst nur wollen“ verfehlt die philosophische Schwierigkeit.
Verantwortung nicht wegschieben
Im Berufsbeispiel könnte der Satz „Man macht das eben so“ die eigene Beteiligung an einer Entscheidung verdecken. Ein existentialistischer Blick fragt, welche Haltung du tatsächlich übernimmst. Er verlangt damit nicht automatisch einen spektakulären Bruch mit Erwartungen. Auch Bleiben, Abwarten oder Anpassen kann eine zu verantwortende Stellungnahme sein.
Keine einheitliche Lebensanleitung
„Der Roman stellt die Entscheidung seiner Figur in einen existentialistischen Zusammenhang.“ Das kann auf Freiheit, Angst oder Selbstentwurf verweisen. Daraus folgt kein für alle Vertreter identisches Programm. Ebenso wenig sind Existenzialismus und die Behauptung, schlechthin alles sei bedeutungslos, ohne Weiteres gleichzusetzen.
Eine Entscheidung beschreiben
Wähle eine überschaubare bevorstehende Entscheidung. Trenne gegebene Bedingungen von den Möglichkeiten, die du tatsächlich beeinflussen kannst. Formuliere anschließend, wofür du einstehen möchtest. Die Übung verspricht keine grenzenlose Freiheit; sie macht sichtbar, wo dein Handeln innerhalb einer konkreten Situation Bedeutung gewinnt.
Woher kommt das Wort?
lateinisch existentia „Dasein", von exsistere „hervortreten".
Erklärungen aus dem Wortreich-Wortbestand. Vertiefung aktualisiert am 21. September 2026.
Lautschrift: Einzelquelle · Mitwirkende, Bearbeitungen & Lizenz (CC BY-SA).
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