Was bedeutet „Hedonismus“?
Die Auffassung, dass Lust das höchste Gut sei.
So verwendest du das Wort
Der Hedonismus macht das Vergnügen zum Lebensziel.
Typische Wortverbindungen
Lust und Wohlergehen als Maßstab betrachten
Ein ruhiger Abend mit Freunden bereitet dir mehr Freude als eine aufwendige Feier, nach der du erschöpft bist. Dieses Beispiel zeigt, warum Hedonismus nicht schlicht mit möglichst viel Luxus gleichzusetzen ist. Philosophisch steht vielmehr die Frage im Mittelpunkt, welche Bedeutung Lust, Freude und Leid für ein gutes Leben besitzen.
Lust als grundlegender Wert
Ein wertbezogener Hedonismus betrachtet angenehmes Erleben als grundsätzlich gut und unangenehmes Erleben als grundsätzlich schlecht. Unterschiedliche Ansätze bestimmen genauer, welche Formen von Lust wichtig sind und wie sie gegeneinander abgewogen werden. Damit ist nicht automatisch behauptet, jeder kurzfristige Genuss sei ohne weitere Überlegung vorzuziehen.
Folgen gehören zur Abwägung
Ein unmittelbares Vergnügen kann später mit erheblichem Unbehagen verbunden sein. Ein hedonistischer Blick kann deshalb Zurückhaltung begründen, wenn sie insgesamt zu einem angenehmeren Leben beiträgt. Im Abendbeispiel müssen Intensität und Dauer der Freude ebenso betrachtet werden wie mögliche spätere Belastungen.
Beschreibung und Wertung unterscheiden
Psychologischer Hedonismus behauptet, menschliches Handeln werde letztlich durch Lust und Leid bestimmt. Ethische oder werttheoretische Varianten fragen dagegen, was gut ist beziehungsweise angestrebt werden sollte. Eine Aussage über tatsächliche Beweggründe ist nicht dasselbe wie eine Begründung dafür, wie jemand handeln soll.
Nicht zwingend nur eigene Freude
Je nach Theorie kann der Blick auf das eigene Wohlergehen oder auf das aller Betroffenen gerichtet sein. Hedonismus bedeutet daher nicht automatisch Egoismus. „Die Position ist hedonistisch“ wird verständlicher, wenn ergänzt wird, welche Art angenehmen Erlebens und wessen Wohlergehen sie zum Maßstab macht.
Zwei Arten von Gründen prüfen
Vergleiche „Ich lese, weil mir das Freude macht“ mit „Ich halte Freude für das Entscheidende an einem guten Leben“. Welcher Satz beschreibt eine Motivation, welcher eine Wertauffassung? Überlege danach, ob du etwas auch dann wertvoll fändest, wenn es nicht angenehm wäre. Das macht die philosophische Streitfrage greifbar.
Wörter im Zusammenhang
Ähnliche Bedeutungen
Gegenteile
Sprachgebrauch
Woher kommt das Wort?
griechisch hēdonḗ „Lust, Vergnügen".
Erklärungen aus dem Wortreich-Wortbestand. Vertiefung aktualisiert am 21. September 2026.
Lautschrift: Einzelquelle · Mitwirkende, Bearbeitungen & Lizenz (CC BY-SA).
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