Was bedeutet „Kognitivismus“?
Richtung, die Verhalten aus inneren Denkprozessen erklärt.
So verwendest du das Wort
Der Kognitivismus löste den Behaviorismus ab.
Lernen als innere Verarbeitung untersuchen
Zwei Personen lesen dieselbe Erklärung, verstehen sie aber unterschiedlich. Eine verbindet das Neue mit Vorwissen, die andere hat einen zentralen Begriff anders aufgefasst. Ein kognitivistischer Ansatz interessiert sich für diese inneren Verarbeitungsprozesse. Der gleiche äußere Reiz muss deshalb nicht bei allen Menschen zu derselben Reaktion führen.
Geistige Prozesse als Erklärungsgegenstand
Kognitivismus bezeichnet in der Psychologie und in Lerntheorien Ansätze, die Prozesse wie Wahrnehmung, Gedächtnis, Denken und Problemlösen in den Mittelpunkt stellen. Verhalten wird unter anderem dadurch erklärt, wie Informationen aufgenommen, geordnet und verwendet werden. Dabei handelt es sich um verschiedene Modelle und Forschungsansätze, nicht um eine einzige abgeschlossene Theorie.
Wissen wird nicht einfach abgeladen
Beim Lernen hängt viel davon ab, wie neue Informationen mit vorhandenem Wissen verbunden werden. Eine anschauliche Erklärung kann Beziehungen sichtbar machen, die eine bloße Aufzählung verdeckt. Aus kognitivistischer Sicht ist die lernende Person daher aktiv an der Verarbeitung beteiligt. Ein Text gelangt nicht unverändert wie ein Gegenstand in ein Lager.
Innere Vorgänge brauchen prüfbare Hinweise
Gedanken lassen sich nicht allein durch ihre Benennung erklären. Forschende untersuchen beispielsweise Reaktionszeiten, Fehler oder Erinnerungsleistungen und prüfen damit Annahmen über Verarbeitungsschritte. Solche Befunde können Modelle stützen oder in Frage stellen. Aus einem einzelnen Fehler folgt jedoch nicht unmittelbar, welcher innere Vorgang ihn verursacht hat.
Die kognitive Wende nicht als vollständigen Austausch sehen
Kognitive Ansätze gewannen im zwanzigsten Jahrhundert gegenüber stark verhaltensorientierten Erklärungen an Bedeutung. Daraus folgt nicht, dass die Erforschung von Verhalten oder Lernfolgen verschwunden wäre. Auch das häufige Bild der Informationsverarbeitung ist ein Modell; es behauptet nicht, Menschen funktionierten in jeder Hinsicht wie gewöhnliche Computer.
Einen Lernschritt untersuchen
Wähle ein unbekanntes Wort und überlege, welches Vorwissen dir beim Verstehen helfen könnte. Vergleiche eine isolierte Definition mit einem konkreten Beispielsatz. Welche Beziehung wird erst im Beispiel sichtbar? Damit erprobst du eine Frage nach innerer Verarbeitung, ohne aus deiner eigenen Beobachtung schon eine allgemeine Lerntheorie abzuleiten.
Erklärungen aus dem Wortreich-Wortbestand. Vertiefung aktualisiert am 21. September 2026.
Lautschrift: Einzelquelle · Mitwirkende, Bearbeitungen & Lizenz (CC BY-SA).
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