Was bedeutet „Kontemplation“?
Die versenkte, ruhige geistige Betrachtung.
So verwendest du das Wort
In der Kontemplation kommt das Denken zur Ruhe.
Typische Wortverbindungen
Einer Sache ruhige Aufmerksamkeit schenken
Du sitzt vor einem Gemälde und hörst auf, sofort nach Namen, Preis oder Entstehungsjahr zu suchen. Stattdessen betrachtest du die Farben und lässt ihre Wirkung auf dich zu. Eine solche vertiefte, verweilende Aufmerksamkeit kann kontemplativ sein. Ihr Ziel muss kein rasch verwertbares Ergebnis sein.
Betrachtung mit innerer Sammlung
Kontemplation bezeichnet eine ruhige, konzentrierte Betrachtung oder geistige Versenkung. Der Ausdruck wird bildungssprachlich und in religiösen Zusammenhängen gebraucht. Er kann sich auf ein Bild, eine Frage, einen Gedanken oder eine religiöse Wirklichkeit beziehen. Bloßes Nichtstun trifft die Bedeutung deshalb nur unzureichend.
Gedanken dürfen dabei vorhanden sein
Kontemplation verlangt nicht allgemein, dass der Kopf vollkommen leer wird. Eine Frage kann gerade Gegenstand des stillen Nachdenkens sein. Kennzeichnend ist eher das gesammelte Verweilen als das hastige Abarbeiten. Unterschiedliche philosophische und religiöse Traditionen bestimmen diese Form der Aufmerksamkeit allerdings auf unterschiedliche Weise.
Nicht jede Pause ist Kontemplation
Wer im Wartezimmer gelangweilt durch Nachrichten blättert, macht zwar eine Pause, betrachtet aber möglicherweise nichts vertieft. Umgekehrt kann Kontemplation Aufmerksamkeit und Übung verlangen. Sie ist auch nicht einfach ein anderes Wort für Grübeln: Wiederholtes sorgenvolles Kreisen und beschauliche Sammlung können sehr verschieden erlebt werden.
Ein etwas gehobener Ausdruck
„Der Garten lädt zur Kontemplation ein“ passt in eine Beschreibung eines ruhigen Ortes. Im alltäglichen Gespräch klingt „Hier kann ich in Ruhe nachdenken“ meist natürlicher. Das Adjektiv „kontemplativ“ beschreibt etwa eine betrachtende Haltung oder eine entsprechende Lebensweise, ohne damit schon eine bestimmte Glaubensrichtung festzulegen.
Verweilen in Worte fassen
Betrachte einen gewöhnlichen Gegenstand eine Minute lang, ohne ihn sofort zu bewerten. Notiere anschließend drei Einzelheiten, die dir erst beim längeren Hinschauen aufgefallen sind. Beschreibe den Unterschied zwischen diesem Betrachten und einem flüchtigen Blick. Die Übung veranschaulicht Aufmerksamkeit, ohne eine religiöse Praxis oder eine bestimmte Wirkung vorauszusetzen.
Wörter im Zusammenhang
Ähnliche Bedeutungen
Gegenteile
Sprachgebrauch
Erklärungen aus dem Wortreich-Wortbestand. Vertiefung aktualisiert am 21. September 2026.
Lautschrift: Einzelquelle · Mitwirkende, Bearbeitungen & Lizenz (CC BY-SA).
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