Ein Wort weiter

Metaphysik

Substantiv[metafyˈziːk]Lautschrift & QuellenPhilosophie

Lehre vom Grund der Dinge

Was bedeutet „Metaphysik“?

Das Fragen nach dem, was hinter der erfahrbaren Welt liegt.

So verwendest du das Wort

Die Metaphysik sucht die letzten Gründe des Seins.

Tiefer verstehen

Die Grundannahmen hinter unserem Weltbild

Du reparierst über Jahre ein Fahrrad und ersetzt dabei nach und nach seine Teile. Irgendwann fragst du dich, ob es noch dasselbe Fahrrad ist. Diese Frage verlangt mehr als eine Materialliste. Sie berührt die Metaphysik: Was macht die Identität eines Gegenstands trotz Veränderung aus?

Grundstrukturen der Wirklichkeit

Metaphysik untersucht grundlegende Fragen nach Wirklichkeit, Sein, Veränderung und Zusammenhang. Dazu können Zeit, Ursache, Möglichkeit oder die Beziehung von Geist und Körper gehören. Die verschiedenen philosophischen Ansätze beantworten diese Fragen unterschiedlich. Das Wort bezeichnet ein Untersuchungsfeld und nicht bereits eine bestimmte Antwort auf alle letzten Fragen.

Mehr als eine unsichtbare Hinterwelt

Metaphysik wird manchmal ausschließlich mit Übernatürlichem verbunden. Das greift zu kurz. Die Frage, ob Vergangenheit und Zukunft ebenso wirklich sind wie die Gegenwart, ist beispielsweise metaphysisch, ohne eine Geisterwelt vorauszusetzen. Auch scheinbar selbstverständliche Alltagsbegriffe können sehr grundsätzliche Schwierigkeiten enthalten.

Messung und Begriff ergänzen sich

Am Fahrrad kannst du genau feststellen, welche Teile ausgetauscht wurden. Die Messung entscheidet jedoch nicht allein, welches Kriterium du für „dasselbe Fahrrad“ verwenden solltest. Kontinuität der Nutzung, Material und Geschichte können unterschiedlich gewichtet werden. Naturwissenschaftliche Erkenntnisse sind dabei relevant, ersetzen aber nicht jede begriffliche Untersuchung.

Die Teilfrage benennen

„Der Text behandelt metaphysische Fragen zur Identität“ ist genauer als „Der Text handelt von etwas Höherem“. Ontologische Fragen nach Arten des Existierenden gehören häufig zur Metaphysik. Eine scharfe, überall gleich verwendete Grenze zwischen diesen Bezeichnungen gibt es im philosophischen Sprachgebrauch allerdings nicht.

Einen Grenzfall durchdenken

Stell dir vor, die ausgebauten Fahrradteile würden zu einem zweiten Fahrrad zusammengesetzt. Welches wäre nun das ursprüngliche? Nenne dein Kriterium und prüfe, ob du es in beiden Fällen gleich anwendest. Du übst damit, eine vertraute Überzeugung über Identität anhand eines bewusst gewählten Grenzfalls zu untersuchen.

Woher kommt das Wort?

griechisch tá metá tá physiká „das nach der Physik" – nach der Anordnung der Aristoteles-Schriften.

Erklärungen aus dem Wortreich-Wortbestand. Vertiefung aktualisiert am 21. September 2026.

Lautschrift: Einzelquelle · Mitwirkende, Bearbeitungen & Lizenz (CC BY-SA).

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