Was bedeutet „Prädisposition“?
Eine erhöhte Empfänglichkeit für eine Krankheit.
So verwendest du das Wort
Es besteht eine familiäre Prädisposition.
Ein erhöhtes Risiko ist kein festgelegtes Schicksal
Zwei Menschen können derselben Belastung ausgesetzt sein und dennoch unterschiedlich anfällig für eine Erkrankung sein. Prädisposition bezeichnet eine solche erhöhte Empfänglichkeit. Das Wort lenkt den Blick auf Voraussetzungen, ohne zu behaupten, dass eine Erkrankung sicher eintreten wird.
Eine Familiengeschichte wird besprochen
In einer Familie tritt eine bestimmte Erkrankung häufiger auf. Im medizinischen Gespräch wird geprüft, ob eine familiäre Prädisposition vorliegen könnte. Diese Frage betrifft ein mögliches erhöhtes Risiko. Sie ist noch keine Aussage, dass jedes Familienmitglied bereits erkrankt ist oder zwangsläufig erkranken wird.
Was eine Veranlagung bedeutet
Prädisposition ist eine Veranlagung oder erhöhte Anfälligkeit für eine Erkrankung. Sie kann beispielsweise mit erblichen Voraussetzungen zusammenhängen. Der Begriff wird aber nicht ausschließlich genetisch verwendet. Welche Faktoren im Einzelfall gemeint sind, sollte ausdrücklich erklärt werden, statt das Wort mit einem einzigen Entstehungsgrund gleichzusetzen.
Risiko und Nachweis auseinanderhalten
Eine Prädisposition ist keine Diagnose der Erkrankung selbst. Auch familiäre Häufung beweist für sich allein noch keinen bestimmten Erbgang; Familien teilen häufig weitere Lebensbedingungen. Das tatsächliche Krankheitsrisiko kann von mehreren zusammenwirkenden Faktoren abhängen. Die Bezeichnung allein nennt weder eine genaue Wahrscheinlichkeit noch einen Zeitpunkt.
Mit Unsicherheit sorgfältig sprechen
„Es besteht eine erhöhte Prädisposition“ betont Anfälligkeit, während „Die Erkrankung wird sicher auftreten“ eine wesentlich stärkere Behauptung wäre. Verständlicher ist oft die Formulierung „ein erhöhtes Risiko“. Sie sollte nach Möglichkeit benennen, wofür das Risiko erhöht ist und auf welche Erkenntnisse sich die Einschätzung stützt.
Eine vorschnelle Folgerung korrigieren
Jemand sagt: „Es liegt eine Veranlagung vor, also ist die Erkrankung unvermeidlich.“ Formuliere eine sachliche Antwort. Erkläre den Unterschied zwischen erhöhtem Risiko und Gewissheit, ohne eine Prozentzahl zu erfinden. Ergänze danach eine Rückfrage, die klärt, auf welche konkrete Erkrankung sich die Aussage bezieht.
Erklärungen aus dem Wortreich-Wortbestand. Vertiefung aktualisiert am 21. September 2026.
Lautschrift: Einzelquelle · Mitwirkende, Bearbeitungen & Lizenz (CC BY-SA).
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