Was bedeutet „Pragmatismus“?
Denkrichtung, die Ideen an ihrer praktischen Bewährung misst.
So verwendest du das Wort
Der Pragmatismus fragt, was eine Idee praktisch bewirkt.
Typische Wortverbindungen
Ideen an ihren erfahrbaren Folgen klären
Zwei Personen streiten darüber, ob eine Lernmethode „wirklich verständnisorientiert“ sei. Eine pragmatistische Rückfrage lautet: Welchen Unterschied würde diese Bezeichnung für Aufgaben, Rückmeldungen und Lernerfahrungen machen? Wenn keine unterschiedliche Folge benannt werden kann, ist möglicherweise noch unklar, worin der Streit überhaupt besteht.
Ein philosophischer Zugang
Pragmatismus bezeichnet verschiedene philosophische Ansätze, die Denken, Erfahrung und Handeln eng miteinander verbinden. Eine wichtige Grundidee ist, Begriffe durch ihre möglichen praktischen Folgen zu klären. Überzeugungen werden dabei als prüfbar und verbesserbar behandelt, statt grundsätzlich außerhalb jeder Erfahrung über ihre Geltung zu entscheiden.
Folgen müssen konkret werden
Im Lernbeispiel könnte die Methode verlangen, Begriffe auf neue Situationen anzuwenden, statt nur Definitionen aufzusagen. Nun lässt sich untersuchen, ob Aufgaben tatsächlich so gestaltet sind und was Lernende damit erreichen. Die praktische Konsequenz macht aus einem unklaren Etikett eine Frage, die genauer bearbeitet werden kann.
Wahrheit nicht mit Bequemlichkeit verwechseln
„Wahr ist, was mir gerade nützt“ ist eine zu grobe Zusammenfassung des philosophischen Pragmatismus. Kurzfristige Vorteile können täuschen, Folgen können andere Menschen betreffen und Erfahrungen können eine Überzeugung widerlegen. Die einzelnen pragmatistischen Theorien unterscheiden sich zudem darin, wie sie Wahrheit und Bewährung genau erklären.
Den Alltagssinn erkennen
„Wir lösen das pragmatisch“ bedeutet häufig, dass eine praktikable Vorgehensweise wichtiger ist als ein perfekter Plan. Das ist nicht automatisch eine vollständige philosophische Position. Umgekehrt kann pragmatistisches Denken sehr gründlich sein, gerade weil es verlangt, die tatsächlichen Folgen einer Idee nachvollziehbar zu untersuchen.
Einen Begriff greifbar machen
Nimm die Behauptung „Unser Unterricht ist selbstständig“. Beschreibe zwei Beobachtungen, die du erwarten würdest, wenn damit mehr als ein Schlagwort gemeint ist. Frage anschließend, welche Erfahrung gegen die Behauptung spräche. Du übst damit, den Gehalt einer Idee über unterscheidbare Konsequenzen zu klären.
Wörter im Zusammenhang
Ähnliche Bedeutungen
Gegenteile
Sprachgebrauch
Woher kommt das Wort?
griechisch prâgma „Handlung, Sache".
Erklärungen aus dem Wortreich-Wortbestand. Vertiefung aktualisiert am 21. September 2026.
Lautschrift: Einzelquelle · Mitwirkende, Bearbeitungen & Lizenz (CC BY-SA).
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