Ein Wort weiter

Stoizismus

Substantiv[ˌʃtoiˈt͡sɪsmʊs]Lautschrift & QuellenPhilosophie

Gelassenheit als Ideal

Was bedeutet „Stoizismus“?

Die Lehre der Gelassenheit gegenüber dem Schicksal.

So verwendest du das Wort

Der Stoizismus lehrt, Unabänderliches anzunehmen.

Typische Wortverbindungen

mit Stoizismus ertragen
Tiefer verstehen

Den eigenen Umgang mit Ereignissen gestalten

Dein Zug fällt aus. Den Ausfall kannst du nicht rückgängig machen, wohl aber nach einer Verbindung suchen und anderen Bescheid geben. Diese Unterscheidung veranschaulicht einen stoischen Gedanken: Richte deine Aufmerksamkeit darauf, wie du urteilst und handelst, statt dein ganzes Wohlergehen an unverfügbare äußere Ereignisse zu binden.

Mehr als bloße Gelassenheit

Stoizismus bezeichnet die Philosophie der Stoa und daran anknüpfende Haltungen. In ihrer Ethik stehen vernünftiges, tugendhaftes Handeln und ein entsprechender Umgang mit äußeren Umständen im Mittelpunkt. Gelassenheit ist dabei nicht das einzige Thema. Auch Gerechtigkeit und die Beziehung zu anderen Menschen gehören zum philosophischen Zusammenhang.

Einfluss und Ergebnis unterscheiden

Du kannst eine Reise sorgfältig vorbereiten, ihren Verlauf aber nicht vollständig beherrschen. Daraus folgt nicht, Planung sei nutzlos. Die Unterscheidung hilft vielmehr, den eigenen Einsatz von einer Erfolgsgarantie zu trennen. Ein vernünftiger Versuch kann angemessen sein, selbst wenn äußere Bedingungen das gewünschte Ergebnis verhindern.

Nicht einfach gefühllos werden

Das Bild eines Menschen, dem alles gleichgültig ist, verfehlt wesentliche Teile stoischen Denkens. Die Stoa untersucht Bewertungen und Affekte und kennt auch angemessene positive Gefühlsformen. „Stoisch“ sollte deshalb nicht pauschal als Aufforderung verstanden werden, jede Regung zu unterdrücken oder die Bedürfnisse anderer zu ignorieren.

Gelassen handeln statt aufgeben

„Sie reagierte mit stoischer Ruhe und organisierte eine Alternative.“ Hier verbindet sich Ruhe mit Tätigkeit. Wer ein Unrecht verändern kann, muss aus stoischer Gelassenheit nicht folgern, es einfach hinzunehmen. Entscheidend ist die vernünftige Gestaltung des Handelns innerhalb der vorhandenen Möglichkeiten.

Eine kleine Grenze ziehen

Wähle ein alltägliches Ärgernis und schreibe zwei Spalten: Was kannst du beeinflussen, was nicht unmittelbar? Ergänze in der ersten Spalte einen konkreten Schritt. Die Übung verspricht keine vollständige Kontrolle über Gefühle, sondern hilft, zwischen unverfügbarem Ergebnis und einer möglichen eigenen Reaktion zu unterscheiden.

Wörter im Zusammenhang

Ähnliche Bedeutungen

Gelassenheit als Idealstoische Haltung

Sprachgebrauch

fachsprachlichgehoben

Woher kommt das Wort?

nach der Stoá poikílē, der „bunten Halle" in Athen, wo Zenon lehrte.

Erklärungen aus dem Wortreich-Wortbestand. Vertiefung aktualisiert am 21. September 2026.

Lautschrift: Einzelquelle · Mitwirkende, Bearbeitungen & Lizenz (CC BY-SA).

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