Was bedeutet „Temperament“?
Die angeborene Grundfärbung des Gefühlslebens.
So verwendest du das Wort
Ihr lebhaftes Temperament war unverkennbar.
Die persönliche Art zu reagieren
Zwei Kinder betreten einen unbekannten Spielraum. Eines läuft sofort zu den Bauklötzen, das andere betrachtet zunächst die Umgebung und nähert sich langsam. Solche Unterschiede können etwas mit Temperament zu tun haben. Ein einzelner Nachmittag genügt allerdings nicht zur Einordnung: Müdigkeit, frühere Erfahrungen und die konkrete Situation wirken ebenfalls mit.
Typische Reaktionsweisen mit frühen Grundlagen
Temperament bezeichnet grundlegende Unterschiede darin, wie Menschen auf ihre Umwelt reagieren und ihr Erleben oder Verhalten regulieren. Dazu gehören beispielsweise Aktivität, emotionale Reaktionsstärke, Annäherung an Neues und Ausdauer. Solche Tendenzen zeigen sich oft früh und haben biologische Grundlagen. Sie sind aber keine unveränderliche, vollständig bei der Geburt festgelegte Gebrauchsanweisung.
Anlage und Erfahrung wirken zusammen
Die Kurzbeschreibung „angeborene Gemütsart“ ist ein nützlicher Einstieg, aber zu eng, wenn sie Entwicklung ausschließt. Genetische Einflüsse, Reifung und Umweltbedingungen tragen zur Ausprägung bei. Aus einer temperamentvollen Reaktion lässt sich daher weder eine einzelne Ursache noch eine bestimmte spätere Persönlichkeit zuverlässig ableiten. Auch ähnliche Voraussetzungen können sich verschieden entwickeln.
Lebhaftigkeit ist nur ein Ausschnitt
Alltagssprachlich meint „viel Temperament“ oft lebhaften Ausdruck, Begeisterung oder schnelle Erregbarkeit. Fachlich haben auch zurückhaltende Menschen ein Temperament. Das Wort bezeichnet dort nicht einfach eine Menge an Lebendigkeit. Ebenso ist ein ruhiges Auftreten kein Beweis für Gleichgültigkeit, und starke Reaktionen sagen noch wenig über moralischen Charakter aus.
Beschreiben, ohne festzulegen
„Sie reagiert auf Neues zunächst vorsichtig“ vermittelt mehr als „Sie hat eben ein schwieriges Temperament“. Ob eine Tendenz hilfreich oder hinderlich ist, hängt auch von den Anforderungen ab. Vorsicht kann in einer Situation nützen, schnelle Annäherung in einer anderen. Keine dieser Beschreibungen ersetzt den Blick auf die einzelne Person.
Die Bewertung aus dem Satz nehmen
Ersetze in einer erfundenen Kinderbeschreibung „anstrengend“ durch zwei konkrete Beobachtungen. Ergänze eine Situation, in der dieselbe Tendenz hilfreich sein könnte. So trennst du eine Reaktionsweise von der Bewertung, die andere ihr geben.
Erklärungen aus dem Wortreich-Wortbestand. Vertiefung aktualisiert am 22. September 2026.
Lautschrift: Einzelquelle · Mitwirkende, Bearbeitungen & Lizenz (CC BY-SA).
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