Was bedeutet „Utilitarismus“?
Ethik, die Handlungen nach ihrem Nutzen fürs Ganze bewertet.
So verwendest du das Wort
Der Utilitarismus fragt nach dem größten Glück der größten Zahl.
Typische Wortverbindungen
Die Folgen für alle Betroffenen abwägen
Eine Gemeinde kann mit einem begrenzten Betrag entweder zusätzliche Sitzbänke aufstellen oder einen gefährlichen Weg sicherer machen. Ein utilitaristischer Blick fragt, welche Möglichkeit insgesamt mehr Wohlergehen bewirkt und Leid verringert. Dabei zählen nicht nur die Wünsche derjenigen, die am lautesten oder besonders zahlreich auftreten.
Nutzen als Wohlergehen verstehen
Utilitarismus bezeichnet eine Familie ethischer Ansätze, die Entscheidungen an ihren Folgen für das Wohlergehen der Betroffenen beurteilen. Dieses Wohlergehen soll unparteiisch berücksichtigt und insgesamt möglichst gefördert werden. „Nutzen“ meint hier daher nicht einfach Gewinn, Bequemlichkeit oder den persönlichen Vorteil der entscheidenden Person.
Mehr als Köpfe zählen
Viele kleine Vorteile können mit wenigen sehr schweren Nachteilen konkurrieren. Die Anzahl zufriedener Menschen allein beantwortet deshalb die utilitaristische Frage noch nicht. Im Gemeindebeispiel müssten unter anderem Stärke, Dauer und Wahrscheinlichkeit der jeweiligen Auswirkungen betrachtet werden. Auch indirekte und spätere Folgen können ins Gewicht fallen.
Unterschiedliche Varianten beachten
Manche Ansätze beurteilen einzelne Handlungen, andere fragen nach Regeln, deren allgemeine Befolgung gute Folgen hätte. Ebenso gibt es unterschiedliche Vorstellungen davon, was Wohlergehen ausmacht. Die verbreitete Rede vom größten Glück beschreibt also eine wichtige Grundidee, ersetzt aber keine genauere Bestimmung der jeweils gemeinten Theorie.
Schwierigkeiten offenlegen
„Aus utilitaristischer Sicht spricht die erwartete Verringerung schwerer Belastungen für diesen Vorschlag.“ Die Aussage sollte ihre Annahmen sichtbar machen. Folgen sind oft unsicher und Wohlergehen ist schwer vergleichbar. Außerdem wird diskutiert, wie diese Art des Abwägens mit individuellen Rechten und gerechter Verteilung umgeht.
Die Betroffenen vollständig erfassen
Erfinde eine kleine Entscheidung über die Nutzung eines Gemeinschaftsraums. Notiere alle Betroffenen und mögliche kurz- sowie langfristige Folgen. Prüfe anschließend, wessen Nachteil du zunächst übersehen hast. Die Übung soll keine automatische Moralrechnung liefern, sondern den Blick über den unmittelbaren eigenen Nutzen hinaus erweitern.
Wörter im Zusammenhang
Ähnliche Bedeutungen
Sprachgebrauch
Woher kommt das Wort?
lateinisch utilitas „Nützlichkeit".
Erklärungen aus dem Wortreich-Wortbestand. Vertiefung aktualisiert am 21. September 2026.
Lautschrift: Einzelquelle · Mitwirkende, Bearbeitungen & Lizenz (CC BY-SA).
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