Was bedeutet „Amnestie“?
Der pauschale Erlass von Strafen durch staatlichen Akt.
So verwendest du das Wort
Zum Jubiläum wurde eine Amnestie für kleinere Delikte erlassen.
Straferlass für eine nach Merkmalen bestimmte Gruppe
Eine erfundene staatliche Regelung erlässt unter bestimmten Voraussetzungen noch offene Strafen für eine umschriebene Gruppe von Fällen. Eine solche Regelung kann eine Amnestie sein. Sie setzt bei staatlicher Bestrafung an und beantwortet damit eine andere Frage als ein Urteil über Unschuld.
Allgemeine Kriterien statt einer einzelnen Person
Die Regelung kann beispielsweise bestimmte Tatarten oder einen bestimmten Zeitraum erfassen. Welche Menschen darunterfallen, ergibt sich aus diesen Kriterien. Eine Amnestie bedeutet daher nicht notwendigerweise, dass sämtliche Verurteilten eines Landes ohne weitere Unterscheidung von ihren Strafen befreit werden.
Ein staatlicher Akt der Straffreiheit
Amnestie bezeichnet einen allgemeinen staatlichen Straferlass beziehungsweise die Gewährung von Straffreiheit für bestimmte Fälle. Umfang und Voraussetzungen ergeben sich aus der jeweiligen Regelung. Das Wort allein verrät noch nicht, ob ganze Strafen, Strafreste oder bestimmte Folgen einer Verurteilung erfasst werden.
Von Begnadigung und Freispruch unterscheiden
Eine Begnadigung betrifft typischerweise einen einzelnen Fall; eine Amnestie knüpft allgemein an festgelegte Merkmale an. Ein Freispruch ist wiederum eine gerichtliche Entscheidung im Strafverfahren. Straferlass und Freispruch sind deshalb nicht gleichbedeutend, auch wenn beide für Betroffene einschneidende Folgen haben können.
Den Umfang einer Nachricht prüfen
„Die Amnestie erfasst nur die ausdrücklich bezeichneten Fälle“ ist eine präzise Aussage. „Alle sind jetzt unschuldig“ wäre daraus nicht abzuleiten. Beim Lesen helfen zwei Fragen: Welche Strafen oder Verfahren sind gemeint, und welche Voraussetzungen nennt die Regelung tatsächlich?
Eine Schlagzeile entwirren
Schreibe eine kurze erfundene Meldung über eine begrenzte Amnestie. Nenne eine Gruppe, ohne reale Rechtsbedingungen zu erfinden, etwa „die in der Regelung beschriebenen Fälle“. Ergänze, welche Information zum Umfang noch fehlt. So übst du, zwischen dem politischen Signal und der konkreten rechtlichen Reichweite zu unterscheiden.
Erklärungen aus dem Wortreich-Wortbestand. Vertiefung aktualisiert am 21. September 2026.
Lautschrift: Einzelquelle · Mitwirkende, Bearbeitungen & Lizenz (CC BY-SA).
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