Ein Wort weiter

Induktion

Substantiv[ɪndʊkˈt͡si̯oːn]Lautschrift & QuellenWissenschaft

Schluss vom Einzelnen aufs Allgemeine

Was bedeutet „Induktion“?

Das Verallgemeinern aus einzelnen Beobachtungen.

So verwendest du das Wort

Durch Induktion gelangt man zu allgemeinen Regeln.

Typische Wortverbindungen

induktives Vorgehen
Tiefer verstehen

Beobachtungen führen zu einer weitergehenden Erwartung

An fünf aufeinanderfolgenden Werktagen fährt dein Bus pünktlich. Daraus erwartest du, dass er auch morgen pünktlich sein wird. Du überträgst bisherige Beobachtungen auf einen noch nicht beobachteten Fall. Diese Art des Schlussfolgerns ist ein einfaches Beispiel für Induktion im erkenntnistheoretischen Sinn.

Die Aussage reicht über die Daten hinaus

Die fünf Fahrten hast du erlebt, die morgige noch nicht. Deine Erwartung kann gut begründet sein und trotzdem scheitern, etwa bei einer Baustelle. Gerade dieser Schritt über das bereits Bekannte hinaus unterscheidet die induktive Folgerung vom bloßen Aufzählen der beobachteten Fälle.

Vom Besonderen zu einer Regel

Induktion bezeichnet hier das Gewinnen allgemeinerer Aussagen oder Erwartungen aus einzelnen Beobachtungen. Häufig wird sie als Schluss vom Einzelnen auf das Allgemeine erklärt. Die Tragfähigkeit hängt unter anderem davon ab, wie umfangreich und passend die Beobachtungen sind und ob relevante Gegenbeispiele berücksichtigt werden.

Kein zwingender Beweis aus wenigen Fällen

Auch viele bestätigende Beobachtungen garantieren nicht ohne Weiteres eine ausnahmslose Regel. Die mathematische „vollständige Induktion“ ist davon zu unterscheiden: Sie ist ein deduktives Beweisverfahren mit Anfang und Induktionsschritt. Außerdem bezeichnet Induktion in der Physik einen anderen Sachverhalt; der jeweilige Fachzusammenhang klärt die Bedeutung.

Natürlich formulieren

„Aus den bisherigen Messungen leiten wir induktiv eine Regel ab.“ Der Satz macht den Übergang von Daten zur Verallgemeinerung sichtbar. „Alle untersuchten Proben zeigten das Verhalten“ ist dagegen enger als „Alle Proben dieser Art zeigen es immer“. Wer die beiden Aussagen trennt, beschreibt die vorhandene Grundlage genauer.

Eine Verallgemeinerung begrenzen

Du befragst drei befreundete Personen, die alle gern Hörbücher nutzen. Formuliere zunächst eine Aussage nur über diese drei und danach eine weitergehende Vermutung. Erkläre, warum die zweite Aussage zusätzliche Prüfung braucht. Denke dabei nicht nur an die Anzahl, sondern auch daran, wie die Befragten ausgewählt wurden.

Wörter im Zusammenhang

Ähnliche Bedeutungen

Schluss vom Einzelfall aufs Allgemeine

Gegenteile

Sprachgebrauch

fachsprachlich

Erklärungen aus dem Wortreich-Wortbestand. Vertiefung aktualisiert am 21. September 2026.

Lautschrift: Einzelquelle · Mitwirkende, Bearbeitungen & Lizenz (CC BY-SA).

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