Was bedeutet „Plädoyer“?
Der zusammenfassende Vortrag von Anklage oder Verteidigung.
So verwendest du das Wort
In ihrem Plädoyer forderte die Anwältin Freispruch.
Das Verfahren wird aus einer bestimmten Sicht zusammengeführt
Nach der Beweisaufnahme fasst eine Verteidigerin zusammen, welche Aussagen sie für verlässlich hält und weshalb sie einen Freispruch beantragt. Dieser Schlussvortrag ist ein Plädoyer. Er verbindet den bisherigen Prozessstoff mit einer begründeten Vorstellung von der richtigen Entscheidung.
Aus Einzelheiten wird eine Argumentation
Die Verteidigerin zählt nicht bloß alle Aussagen auf. Sie erläutert deren Bedeutung, weist auf Widersprüche hin und ordnet die rechtlichen Fragen ein. Das Plädoyer soll überzeugen, bleibt dabei aber an die Aufgabe und die Rolle im Verfahren gebunden.
Ein Schlussvortrag vor Gericht
Plädoyer bezeichnet besonders im Strafverfahren den zusammenfassenden Vortrag vor der Entscheidung, etwa von Staatsanwaltschaft oder Verteidigung. Darin werden der Verfahrensstoff bewertet und Anträge begründet. Das Wort benennt eine Äußerung eines Verfahrensbeteiligten und nicht die anschließende Entscheidung des Gerichts.
Urteil und letztes Wort unterscheiden
Ein Antrag im Plädoyer ist noch kein Urteil. Im deutschen Strafverfahren ist außerdem das letzte Wort der angeklagten Person von dem Vortrag ihrer Verteidigung zu unterscheiden. Dass die Verteidigung bereits gesprochen hat, nimmt der angeklagten Person nicht einfach ihre eigene Äußerungsmöglichkeit.
Auch außerhalb des Gerichtssaals
„Der Essay ist ein Plädoyer für öffentliche Bibliotheken“ meint einen nachdrücklichen, argumentativen Einsatz für ein Anliegen. Hier geht es um die übertragene Bedeutung. Typisch ist die Verbindung „ein Plädoyer für etwas halten“; auch ein Plädoyer gegen einen Vorschlag ist möglich.
Ein Anliegen begründet vertreten
Verfasse ein kurzes Plädoyer für einen ruhigen Lernraum in einer Bibliothek. Nenne einen konkreten Nutzen und gehe auf einen möglichen Einwand ein. Prüfe anschließend, ob du einen Standpunkt begründet vertrittst oder nur eine Forderung wiederholst. Überzeugung entsteht nicht allein durch einen feierlichen Schluss.
Erklärungen aus dem Wortreich-Wortbestand. Vertiefung aktualisiert am 21. September 2026.
Lautschrift: Einzelquelle · Mitwirkende, Bearbeitungen & Lizenz (CC BY-SA).
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