Was bedeutet „Reproduzierbarkeit“?
Die Möglichkeit, ein Ergebnis erneut zu erzielen.
So verwendest du das Wort
Reproduzierbarkeit ist ein Kern der Wissenschaft.
Ein Ergebnis soll nachvollziehbar erneut entstehen können
Eine Forscherin veröffentlicht eine Grafik mit Durchschnittswerten. Ein Kollege erhält dieselben Ausgangsdaten und die verwendeten Rechenschritte, führt die Auswertung erneut aus und kommt zum selben Ergebnis. Damit wird eine Form von Reproduzierbarkeit geprüft: Der berichtete Befund lässt sich unter beschriebenen Bedingungen wieder erzeugen.
Der Weg gehört zum Ergebnis
Die fertige Grafik allein reicht dafür nicht. Wichtig können etwa Datenbereinigung, ausgeschlossene Fälle, Softwareversion und Einstellungen sein. Fehlt ein entscheidender Schritt, entsteht möglicherweise eine andere Zahl. Eine nachvollziehbare Dokumentation macht sichtbar, wie die Ausgangsdaten zum veröffentlichten Ergebnis geführt haben.
Wiederherstellbarkeit unter angegebenen Bedingungen
Reproduzierbarkeit bezeichnet allgemein die Möglichkeit, ein Ergebnis erneut zu erzielen. In Teilen der Forschung wird darunter enger die erneute Berechnung mit denselben Daten und Verfahren verstanden. Eine neue Untersuchung mit neu erhobenen Daten wird dann als Replikation bezeichnet. Die genaue Begriffsverwendung unterscheidet sich zwischen Fachgebieten.
Wiederholbar ist nicht automatisch richtig
Ein fehlerhaftes Programm kann denselben falschen Wert zuverlässig erneut ausgeben. Reproduzierbarkeit erleichtert die Prüfung, ersetzt aber weder die fachliche Beurteilung noch die Frage, ob eine Schlussfolgerung über die untersuchten Daten hinaus gilt. Bei neuen Messungen sind außerdem gewisse Schwankungen zu erwarten; vollständige Zahlengleichheit ist nicht immer das passende Kriterium.
Natürlich darüber sprechen
„Die Auswertung ist mit den bereitgestellten Daten reproduzierbar.“ Der Zusatz begrenzt die Aussage sinnvoll. „Der Effekt wurde unabhängig erneut beobachtet“ beschreibt eine andere, ebenfalls wichtige Prüfung. Wer beide Ebenen deutlich benennt, vermeidet, das erneute Ausführen einer Berechnung mit einer neuen empirischen Untersuchung gleichzusetzen.
Eine Anleitung ergänzen
Du sollst den Durchschnitt von zehn Messwerten nachrechnen. Welche Angaben brauchst du außer dem veröffentlichten Endwert? Denke an die Werte selbst, den Umgang mit fehlenden Angaben und Rundungsregeln. Erkläre danach, warum übereinstimmende Ergebnisse noch nicht beweisen, dass die ursprünglichen Messungen den untersuchten Sachverhalt passend erfasst haben.
Erklärungen aus dem Wortreich-Wortbestand. Vertiefung aktualisiert am 21. September 2026.
Lautschrift: Einzelquelle · Mitwirkende, Bearbeitungen & Lizenz (CC BY-SA).
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